Koh Chang heute, im Wandel der Zeit

Heute: Luxus & Spa Hotels

Heute: Luxus & Spa Hotels

Endlich war es wieder so weit und ich fuhr in Richtung Koh Chang. Das war 2012 und ich war sehr gespannt was sich in den Jahren seid meines letzten Besuches verändert hatte. Längst hatte die Insel eine eigene Stromversorgung vom Festland, etliche Hotels boten ihren Service in Hochglanzbroschüren an, und es gab wohl eine echte touristische Infrastruktur wenn man glauben durfte was so alles geschrieben wurde. Ich selbst war mit meinem Privatwagen unterwegs denn auch Autofähren gab es längst, und private Fahrzeuge waren auf der Insel willkommen.

Die Überfahrt verlief problemlos und gar nicht teuer wie ich fand, das Auto kostete 180 THB für die Hin- und Rückfahrt und pro Person wurden 160 THB berechnet. Anhand meines Navis wo ich mein Ziel bereits eingegeben hatte, machte ich mich sofort auf den weiteren Weg um das Kap der Nordspitze der Insel und in Richtung White Sand Beach. Bereits jetzt hätte ich doch etwas wieder erkennen müssen von meinem ersten Besuch aus den 90er Jahren?

Völlige Fehlanzeige, eigentlich alles war anders. Die ordentlich asphaltierte Strasse, ein chinesischer Tempel, 1000 Hinweisschilder zu Hotels, Wasserfällen, Elefantencamps und Nationalpark, das war alles neu für mich. Immerhin waren es noch immer dieselben enormen Steigungen, Gefälle und Kurven, aber ohne den roten Staub einer Lehmpiste.

Und da lag er vor mir der White Sand Beach. Von dem Aussichtspunkt aus sah ich allerdings mehr Hausdächer als Strand. Am Strand selber, besser gesagt auf der Strandstrasse angekommen, wurde mir klar dass hier in den Jahren ein richtiger Ort aus Zement und Steinen entstanden war. Wo einmal Palmen den Blick auf den Strand verdeckten war es nun eine scheinbar endlose Reihe von Häusern.

Nun war ich aber neugierig auf den Strand selbst und suchte einen Weg dorthin. Auch hier ein ganz anderer Blick. Zahllose Hotels standen nun dort und hatten die Bambushütten verdrängt. Die ständige Ebbe und Flut hatte viel Sand mit sich genommen so dass es notwendig wurde die Anlagen durch eine Mauer von weiterer Erosion zu schützen – und so weiß wie ich den Strand in Erinnerung hatte war er auch nicht mehr.

In den Jahren war eine komplett geteerte Ringstrasse entstanden die fast vollständig um die Insel führt. Diese nutzte ich in den folgenden Tagen um die Insel neu zu entdecken. Zumindest den Teil den die Zivilisation dem Dschungel in den Jahren abgenommen hatte. Ich stellte fest, dass die Westseite der Insel mit all ihren Traumstränden den Touristen zu gehören schien, auch der ehemalige Fischerort Bang Bao wo lediglich noch ein paar Holzboote an die alten Zeiten erinnerten. Auf der Ostseite ohne Sandstrandabschnitte sah ich fast nur Einheimische mit ihren Plantagen und ärmliche Fischerdörfer. Der Kontrast zwischen West und Ost hätte nicht größer sein können.

Ostküste von Koh Chang

Ostküste von Koh Chang

Alle Strandabschnitte der Westseite waren nun leicht von der Straße aus zugänglich und bereits mehr oder weniger mit Hotels, Restaurants und Geschäften gesäumt. Es entstanden so neue Orte die es ohne Tourismus nie gegeben hätte. Die Backpacker waren weiter gezogen und haben auch heute noch einen eigenen Strand mit dem Namen Lonely Beach, der alles andere als einsam war. Längst geht es auch hier nicht mehr so ruhig zu wie am Anfang ohne Strom und fließend Wasser. Es sind nächtelang Partys mit verschiedenen DJ’s und Bands angesagt, deren Lautstärke sich an den umgebenden Bergen widerhallt und bestimmt schon einige der hier heimischen Wildarten zum Umzug veranlasst haben müssen.

Erst wenn man die Ostseite der Insel entlang fährt spürt man noch etwas von der wirklichen Ruhe der Insel. Das Leben der Menschen hat sich noch nicht so sehr verändert, man ernährt sich nach wie vor vom Land und dem Meer.

Aber auch hier haben sich die ersten Ressorts bereits eingeschlichen und werben mit Naturnähe und Ruhe, so wie auf der Westseite Koh Chang’s vor 10-15 Jahren.